Einleitung zum Schulprogramm der EKS Norderstedt 2015/2016/2017

 

 

 

In unserem aktuellen Schulprogramm beschreiben wir weitere Schritte auf unserem Weg als Förderzentrum für die Förderschwerpunkte Lernen, Sprache und emotional-soziale Entwicklung ohne langfristige interne Beschulung hin zu einer inklusiven Schule.

 

Wir erläutern Schritte und Maßnahmen, mit denen wir unsere Arbeit als Sonderpädagogen konkretisieren und transparenter machen wollen und wie wir zu einer noch größeren gemeinsamen Verantwortung mit den Regelschullehrkräften für die Schülerinnen und Schüler mit besonderen Bedürfnissen gelangen möchten. Dabei werden wir auch Maßnahmen beschreiben, wie wir unsere interne Kommunikation, unsere Beratungskompetenz sowie unsere Ressourcennutzung in den Regelschulen ausbauen möchten.

 

 

 

 

 

Schulprogramm 2015/2016/2017 – Bestandsaufnahme

 

 

 

2.1 Daten und Fakten

 

 

 

Das Förderzentrum Erich Kästner-Schule betreut im Schuljahr 2015/ 2016 ca. 215 Schülerinnen und Schüler mit den Förderschwerpunkten Lernen, Sprache, emotionale und soziale Entwicklung, körperlich und motorische Entwicklung sowie im Förderschwerpunkt Erziehung und Unterricht von Schülerinnen und Schülern mit autistischem Verhalten und in Kooperation mit dem Förderzentrum Hasenstieg Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung.

 

 

 

2677 Schülerinnen und Schüler werden in 13 Grundschulen in Norderstedt und in Tangstedt im Kreis Stormarn, 2306 Schülerinnen und Schüler in 4 Gemeinschaftsschulen in Norderstedt und 1887 in Gymnasien unterrichtet.

 

Ca. 6-10 Schülerinnen und Schüler besuchen zeitlich befristet die Durchgangsklassen des Zentrums für kooperative Erziehungshilfe und sind darüber Schülerinnen und Schüler des Förderzentrums.

 

Zudem versorgen wir 35 Kindertagesstätten im Raum Norderstedt und Tangstedt im Kreis Stormarn in Form präventiver Sprachförderung. Präventive Maßnahmen sind zudem in allen 13 Grundschulen in den Klassenstufen 1 und 2 zu finden.

 

Seit Herbst 2015 ist das Förderzentrum Erich Kästner-Schule zudem für die Beschulung in einer Außenstelle im Rahmen der Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie der Regio Kliniken Elmshorn, Außenstelle Norderstedt zuständig.

 

 

 

33 SonderpädagogInnen, 4 abgeordnete Regelschullehrkräfte und 4 SozialpädagogInnen setzen die Arbeit unseres Förderzentrums in enger Kooperation mit den Regelschulen, im Rahmen der Erziehungshilfe auch mit dem Jugendamt und dem SOS-Kinderdorf Harksheide um.

 

 

 

Das pädagogische Team wird umfassend unterstützt durch eine Sekretärin, einen Hausmeister sowie pädagogische Unterrichtsassistenten.

 

 

 

2.2 Sonderpädagogische Arbeitsfelder

 

 

 

Unsere Arbeit gründet auf dem Gedanken der stetigen Weiterentwicklung und verfolgt das Ziel in Kooperation die inklusive Beschulung unter den vorhandenen Ressourcen qualitativ auszubauen.

 

Die Schulleitung, das Kollegium und alle Teammitglieder wirken gemeinsam in enger Abstimmung, beschließen in klaren Strukturen nächste Entwicklungsbereiche und damit verbundene Arbeitsschritte. Im Rahmen des bisherigen Schulentwicklungsprozesses wurden im  Schuljahr 2014/ 2015 vier Fachleitungen in den Bereichen Sprache, emotional-soziale Entwicklung, Grundschule und Sekundarstufe I eingerichtet. Diese sollen zunehmend den kollegialen Austausch und die Transparenz innerhalb des fast ausschließlich in Einrichtungen der Kooperationspartner arbeitenden Kollegiums fördern.

 

Wir leisten sonderpädagogische Unterstützung in präventiven und integrativen Maßnahmen und fühlen uns in unserem Verständnis sowohl für die gemeinsame Arbeit zur Vermeidung von sonderpädagogischen Förderbedarfen als auch für Schülerinnen und Schüler mit festgestelltem sonderpädagogischen Förderbedarf verantwortlich.

 

 

 

2.3 Unser pädagogisches Wirken

 

 

 

Das Kollegium arbeitet offen und kollegial zusammen. Ein regelmäßiger kollegialer und fachlicher Austausch wird als sehr unterstützend wertgeschätzt und gepflegt. Die umfassenden sonderpädagogischen Kompetenzen innerhalb des Kollegiums bereichert die Arbeit aller.

 

 

 

Grundlegend für die sonderpädagogische Arbeit sind ein offener und vertrauensvoller Austausch aller Personen, die an der Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen beteiligt sind. Wir unterstützen im Rahmen von Unterricht, Beratung und Diagnostik. Dies erfolgt auf der Grundlage gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern abgestimmter Rahmenbedingungen für die präventive sowie integrative/ inklusive Beschulung.

 

 

 

Wir wünschen uns einen Unterricht, der getragen wird durch Methodenvielfalt und viel Raum lässt für selbsttätiges Lernen im Rahmen von fächerübergreifendem, themenorientiertem Lernen. Von großer Bedeutsamkeit sind dabei für uns Unterrichtsthemen aus der Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler.

 

 

 

Für uns bildet die umfassenden diagnostische Ermittlung von Stärken und Schwierigkeiten des Lernenden die Basis für die Individualisierung des Lernens.

 

 

 

Unter anderem im Rahmen von Teamteaching, aber auch durch zeitlich begrenzte Kleingruppen- und Einzelförderung kommen wir dieser Individualisierung nach. Wir arbeiten dabei fächer- und klassenübergreifend und übernehmen Mitverantwortung für alle Schülerinnen und Schüler, die einer besonderen Unterstützung bedürfen. Der intensive Austausch auf Augenhöhe zwischen den Teampartnern ist hierbei ein zentrales Moment für gelingende pädagogische Arbeit.

 

 

 

Zudem arbeiten wir beratend. Diese Tätigkeit geschieht auf der Grundlage sonderpädagogischen Fachwissens und ist individualisiert. Durch die enge Vernetzung im Kollegium erfolgt diese umfassend fachrichtungsübergreifend und wird darüber als eine wertvolle Ressource wahrgenommen.

 

 

 

Wir erarbeiten in Kooperation mit den Teampartnern sonderpädagogische Förderpläne, unterstützen bei der Erstellung von Lernplänen und bieten umfassende fachliche Kompetenzen im Rahmen von sonderpädagogischen Gutachten an.

 

Hierbei beginnt unsere Arbeit im Einvernehmen mit den Sorgeberechtigten bereits im Übergang von den Kindertagesstätten in die Grundschulen.

 

 

 

Auf regionaler Leitungsebene finden im Sinne von umfassender Kooperation und Transparenz im Bereich Prävention/ Integration/ Inklusion zweimal jährlich Regionalkonferenzen statt. Zudem tagen einmal jährlich regionale Grundschulleitungen, Kindertagesstättenleitungen, Vertretungen des schulärztlichen und des schulpsychologischen Dienstes, des Schulamtes und die Leitungen der beiden Förderzentren, um die intensive Arbeit im Bereich Übergang KiTa/ GS auszubauen.

 

 

 

2.4 Zukünftige Arbeitsschwerpunkte

 

 

 

Im Rahmen intensiver Diskussionen über unseren aktuellen Entwicklungsstand und Anforderungen an uns im Rahmen täglicher Arbeit, haben wir uns auf den folgenden Entwicklungsplan für die Schuljahre 2015/ 2016 (ab Herbst), 2016/ 2017 und bis Herbst 2017/2018 geeinigt.

 

Wir richten unser Augenmerk dabei auf folgende fünf Arbeitsschwerpunkte:

 

 

Arbeitsschwerpunkt 1: Transparenz

Betrachtet man die Arbeit von Sonderpädagogen, die in ihren verschiedenen Arbeitsfeldern mit Regelschullehrkräften kooperieren, so fällt auf, dass die Rolle und die Aufgaben der Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen vielen Beteiligten gar nicht klar bewusst sind.

 

Die Aufgaben der Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen sind einerseits noch nicht ausreichend definiert, andererseits den an der Förderung beteiligten Regelschullehrkräften noch nicht transparent genug. Dadurch kommt es zu Konflikten, die sich negativ auf Kooperationsprozesse und somit auf die Förderung der gemeinsam unterrichteten Kinder auswirken können.

 

 

 

Unser Ziel ist eine transparente Darstellung unserer Kompetenzen und Aufgaben in der Prävention und Integration/ Inklusion in den Grundschulen, in der Integration/ Inklusion im Bereich der Sekundarstufe I sowie im Bereich der Erziehungshilfe und den Sprachintensivmaßnahmen.

 

 

 

 

 

Arbeitsschwerpunkt 2: Effektive Zusammenarbeit von Regelschullehrern und Sonderpädagogen

 

Es besteht in der Zusammenarbeit ein hohes Maß an Unzufriedenheit, Frustration und Überforderung. Gemeinsam unterrichtete Stunden werden vielfach nicht effizient genug genutzt. Es gibt keine im Stundenplan festgelegten Besprechungs- oder Teamzeiten. Der Wissensstand von Regelschullehrern und Sonderpädagogen ist in vielen Bereichen nicht auf Augenhöhe.

 

-  Inklusion wird als Belastung empfunden

 

-  die unterschiedliche Sichtweise auf das Kind (z.B. defizitär – stärkenorientiert)

 

-  Stundenkontingent (für Teamsitzungen)

 

-  wenig gemeinsame Fortbildungen / SET-Tage

 

 

 

Unser Ziel ist es, die Zusammenarbeit zwischen Regelschullehrkräften und Sonderschullehrkräften aufeinander abzustimmen.

 

Arbeitsschwerpunkt 3: Interne Kommunikation

An der EKS existieren viele Gelegenheiten, sich formell und informell mit KollegInnen auszutauschen.

So treffen sich regelmäßig einmal monatlich und weiterhin bei Bedarf:

·        Örtlicher Personalrat, Schulleitung, Gleichstellungsbeauftragte

·        Gesamtkollegium im Rahmen von Präsenztagen und Lehrerkonferenzen

·        Fachleitungen mit der Schulleitung.

Außerdem finden regelmäßig folgende Arbeitsgruppen/ Teambesprechungen/ Konferenzen/ Treffen statt:

·        Fachkonferenzen Deu/ Ma/ Nawi/ BO/ Eng (2x jährlich im Rahmen des Präsenztages)

·        Schulentwicklungstage  (zweitägig,1x jährlich)

·        Zentrum für Kooperative Erziehungshilfe (ZKE)-Team Grundschule (einmal wöchentlich)

·        Zentrum für Kooperative Erziehungshilfe (ZKE)-Team Sekundarstufe 1 (einmal wöchentlich)

·        ZKE Gesamtteamsitzung inkl. Schulleitung, Jugendamt und Leitung SOS-Kinderdorf (ca. alle 8 Wochen), 

·        Fachrichtungskonferenzen Sprache, Primarstufe, Sekundarstufe 1, Erziehungshilfe (im Rahmen des Präsenztages 2x jährlich)

·        Dienstversammlung zum Schuljahresbeginn (1x jährlich letzte Woche der Sommerferien)

·        Weihnachtsfeiern,  Sommergrillen mit KollegInnenverabschiedung/ -begrüßung, Ausflüge

Sind mehrere KollegInnen an einem Einsatzort, so ergibt sich auch dort die Möglichkeit zum täglichen Austausch. Virtuell gibt es die Möglichkeit, sich über SchulCommSy (eine Internetplattform für Schulen)  zu informieren und auszutauschen. Diese Möglichkeit wird allerdings nur sporadisch genutzt. Zurzeit ist SchulCommSy eher eine Einbahnstraße für Bekanntmachungen.

Es gibt an der EKS also…

…viele Konferenzen, aber manchmal zu wenig Informationsfluss,

…viel zu wenig Platz für „Teeküchengespräche“,

…Kolleginnen und Kollegen, die sich untereinander teilweise nur flüchtig kennen,

…Probleme bei der Terminabstimmung-/abfolge der einzelnen Konferenzen. Ist diese Abfolge immer effektiv genug?

 

…neue Kolleginnen und Kollegen, die oft vor unbekannten Begriffen stehen und Abläufe an der EKS noch nicht kennen („Was bedeutet ZKE?“, Was mache ich, wenn…?“)!

 

 

 

Unser Ziel in diesem Bereich ist die Zugangserlangung zu wichtigen Informationen zur richtigen Zeit (formell) und Verbesserung der informellen Kommunikation („Teeküchengespräche“)

 

 

 

 

 

Arbeitsschwerpunkt 4: Verteilung der personellen Ressourcen

 

Unsere Aufgabenbereiche im Rahmen der Arbeit an einem Förderzentrum ohne Schüler haben sich verändert. Momentan sind unsere Ressourcen dafür ineffektiv verteilt. Es besteht die Erwartung der Regelschullehrkräfte, dass wir durchgängig in allen Fächern beraten und unterstützen.

 

 

 

Das Handlungsfeld der Beratung nimmt an Gewichtung immer weiter zu. Dazu gehören die Beratung

 

-      von Lehrkräften in Bezug auf SchülerInnen mit sonderpädagogischen Förderbedarf

 

-      von Lehrkräften in Bezug auf SchülerInnen ohne sonderpädagogischen Förderbedarf

 

-      von Lehrkräften in Bezug auf Unterrichtsplanung / Materialerstellung

 

-      von Eltern

 

-      von älteren SchülerInnen ohne sonderpädagogischen Förderbedarf

 

-      von Schulleitungen in Bezug auf Inklusion

 

-      Schulbegleitungen

 

 

 

Diese veränderten Aufgabenbereiche sind mit der derzeitigen Ressourcenverteilung nicht leistbar. Einerseits sind wir in gesteckten Unterrichtsstunden gebunden, in denen unsere Anwesenheit nicht immer durchgängig erforderlich ist. Anderseits müssen Beratungsgespräche oftmals ohne einen angemessenen Zeit- und Organisationsrahmen stattfinden.

 

 

 

Unser Ziel ist dabei die effektive, den jeweiligen individuellen Bedingungen angepasste, Verteilung von Unterrichts- und Beratungszeiten.

 

 

 

 

 

Arbeitsschwerpunkt 5: Weiterentwicklung der Beratungskompetenz

 

Alle Kollegen beraten fast täglich auf verschiedenen Ebenen und mit verschiedensten Adressaten. Jeder von uns berät nach bestem Wissen und Gewissen, dennoch arbeitet ein Großteil rein intuitiv nur mit seinen fachlichen und pädagogischen Kompetenzen als Basis.

 

Diese Situation ist häufig für den Berater nicht zufriedenstellend und beinhaltet auch eine große Unsicherheit, da die wenigsten KollegInnen eine fundierte theoretische und praktische Ausbildung in Beratungstechniken haben.

 

Wir fühlen uns unsicher und unzureichend ausgebildet, um Beratungen professionell, ergebnisorientiert und für alle Beteiligten zufriedenstellend durchzuführen.

 

 

 

Unser Ziel ist es, dass es dem gesamten Kollegium in Zukunft möglich ist, Beratung professionell und theoretisch fundiert durchzuführen. Beratung muss zu einer unserer Basiskompetenzen werden.

 

 

 

 

 

Der konkrete Umsetzungsplan/ Arbeitsplan befindet sich in Tabellenform im Anhang dieses Schulprogramms.

 

 

 

 

 



[1] Stand 21.01.2016

 

An dieser Stelle finden Sie die noch einmal die Einleitung und die Anhänge zu unserem unser Schulprogramm als PDF -Dateien zum Download

Einleitung zum Schulprogramm der EKS Norderstedt
00 Einleitung Schulprogramm EKS Norderst
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Ergebnisse der Arbeitgruppe "Transparenz"
01 Anlage EKS Schulprogramm Transparenz.
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Ergebnisse der Arbeitsgruppe "Zusammenarbeit"
02 Anlage EKS Schulprogramm - Zusammenar
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Ergebnisse der Arbeitsgruppe "Interne Kommunikation"
03 Anlage EKS Schulprogramm - Interne Ko
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Ergebnisse der Arbeitsgruppe "Ressourcen"
04 Anlage EKS Schulprogramm - Ressourcen
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Ergebnisse der Arbeitsgruppe "Beratung"
05 Anlage EKS Schulprogramm - Beratung.p
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